Nagelpilz
Beim Nagelpilz (oder einer Onychomykose) handelt es sich um eine Pilzinfektion der Nägel. Meist sind die Erreger Fadenpilze der Gattung Trichophyton rubrum, selten Hefe- oder Schimmelpilze. Fußnägel sind durch das feuchtere Milieu öfter befallen als Fingernägel.
Risikofaktoren
Häufig entsteht ein Nagelpilz im Gefolge einer Fußpilzerkrankung. Direkte Infektionen in Schwimmbädern, Saunen und Gemeinschaftsduschen sind nicht ausgeschlossen. Menschen mit Durchblutungsproblemen, Diabetes und einem geschwächten Immunsystem sind für Nagelpilz wesentlich anfälliger als gesunde Menschen.
Symptome
Meist beginnen die Infektionen am vorderen Nagelrand. Die Nägel verfärben sich gelblich oder zeigen weiße Streifen und Flecken. Durch die brüchige Verdickung des Nagels kann es zur Abspaltung einzelner Nagelschichten kommen. Zusätzliche Entzündungen des Nagelbetts führen oftmals zu Schmerzen und Funktionseinschränkungen von Fingern und Füßen.
Medikamente gegen Nagelpilz
Nach der Diagnose des Nagelpilzes durch den Arzt kommen Antimykotika (Anti-Pilzmittel) zur Anwendung. Ihre Inhaltsstoffe töten die Pilze ab oder hemmen ihr Wachstum und ihre Ausbreitung. Zu Beginn der Nagelpilzerkrankung sind nur die oberflächlichen Schichten des Nagels infiziert. Antimykotika in Form von Tinkturen, Nagellacks, Salben, Cremes und Sprays reichen in diesem Stadium meist zur Behandlung aus. Sie sollten über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten eingesetzt werden. Nagelsets mit den Wirkstoffen Bifonazol, Harnstoff und Kalium jodatum bewirken ein Abtöten des Pilzes und zugleich eine Aufweichung und Ablösung des befallenen Nagels. Manche Nagellacke bilden einen keratinartigen Überzug auf dem Nagel. Sie helfen, die Nagelmatrix zu reparieren und das gesunde Nagelwachstum zu fördern. Für direkte Abtötung oder Hemmung von Wachstum und Vermehrung des Erregers sorgen Präparate mit dem Wirkstoff Ciclopirox. Diese Nackellacke sind farblos, geruchsfrei, dringen in die Tiefe des Nagels ein und müssen vor dem erneuten Auftragen nicht entfernt werden.
Verschwinden die gelblich-braunen Verfärbungen und Verdickungen des Nagels nicht, oder wächst nach ausreichend langer lokaler Behandlung kein gesunder Nagel nach, weil in den Nagelfalz eingedrungene Pilzsporen den nachwachsenden Nagel erneut infizieren, muss eine innerliche Behandlung mit Tabletten oder Kapseln erfolgen. Mit einer Verwendung über einen Zeitraum von drei Monaten ist zu rechnen. Während die lokal anzuwendenden Antimykotika kaum Nebenwirkungen hervorrufen, können bei Tabletten und Kapseln in einigen Fällen Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Kreislaufbeschwerden oder allergische Hautreaktionen auftreten. Insbesondere Schwangere, Stillende und Patienten mit Lebererkrankungen sollten diese Präparate nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt verwenden.
Vorbeugung
Die Medikamente gegen Nagelpilz müssen ausreichend lange verwendet werden, um ein erneutes Auftreten der Pilzinfektion zu vermeiden. Zusätzliche Spülungen mit verdünnten Essiglösungen oder Fußbäder mit einigen Tropfen Teebaumöl tragen ebenfalls zur Vorbeugung bei. Außerdem sollten verdickte Nägel regelmäßig abgefeilt werden. Tägliches Wechseln der Strümpfe, luftdurchlässige Schuhe und das generelle Trockenhalten der Füße helfen bei der Vermeidung von Nagelpilz nach dem Absetzen der Medikamente.