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PZN: 04921808
Hersteller: ratiopharm GmbH
Darreichung Hartkapseln

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Produktdetails

Anwendungsgebiet

  • Das Arzneimittel ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline.
  • Es wird angewendet zur Behandlung von Infektionen, die durch Minocyclinempfindliche Krankheitserreger verursacht sind, insbesondere

    • bei Infektionen der Atemwege und des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches, wie

      • akute Schübe chronischer Bronchitis
      • Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
      • Mittelohrentzündung (Otitis media)
      • bei bestimmten Formen der Lungenentzündung (Pneumonie wie auch interstitielle Pneumonien durch Mykoplasmen, Rickettsien und Chlamydien)

    • bei Infektionen der ableitenden Harnwege und Geschlechtsorgane, wie

      • Harnröhrenentzündungen (Urethritis) durch Chlamydien und Ureaplasma urealyticum
      • Prostataentzündungen (akute Prostatitis)
      • unkomplizierte Gonorrhoe (insbesondere bei gleichzeitiger Chlamydieninfektion)
      • Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane
      • Syphilis bei Penicillin-Allergie

    • bei Infektionen und andere Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, wie

      • Cholera
      • Yersinien- und Campylobacter-Infektionen
      • Shigellose bei Nachweis der Empfindlichkeit
      • Verdauungsstörungen (Malabsorptions-Syndrome) wie tropische Sprue und Morbus Whipple

    • zur ambulanten Therapie von Gallenwegsinfektionen
    • bei Hauterkrankungen, auch infizierte schwere Formen der Akne (Acne vulgaris und Rosazea)
    • bei Bindehautentzündung durch Chlamydien und Trachom
    • zur Borreliose wie Erythema chronicum migrans und Lyme-disease (vorwiegend durch Zeckenbisse ausgelöste Infektionen)
    • bei seltenen Infektionen wie Brucellose, Ornithose, Bartonellose, Listeriose, Rickettsiose, Melioidose, Pest, Granuloma inguinale und andere
    • zur kurzzeitigen Vorbeugung bei Kontaktpersonen von Patienten mit Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis)

  • Hinweis

    • Nachgewiesene Infektionen durch Streptokokken und Pneumokokken sollten mit diesem Präparat nicht behandelt werden, weil die Resistenzsituation ungünstig ist.

Wirkstoffe / Inhaltsstoffe / Zutaten

108 mg Minocyclin hydrochlorid
100 mg Minocyclin
Eisen hydroxide Hilfstoff (+)
Eisen oxide Hilfstoff (+)
Gelatine Hilfstoff (+)
Indigocarmin Hilfstoff (+)
Magnesium stearat Hilfstoff (+)
Maisstärke Hilfstoff (+)
Silicium dioxid, hochdispers Hilfstoff (+)
Titan dioxid Hilfstoff (+)

Gegenanzeigen

  • Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden,

    • wenn Sie allergisch gegen Minocyclin oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
    • Informieren Sie Ihren Arzt auch, wenn Sie schon einmal auf ein anderes Tetracyclin allergisch reagiert haben, da Sie dann auf Minocyclin ebenfalls allergisch reagieren (Kreuzallergie).
    • wenn Sie unter einer schweren Störung der Leberfunktion leiden, da es sonst zu einer weiteren Verschlechterung Ihrer Leberfunktion kommen kann.
    • von Kindern unter 8 Jahren, da es während der Behandlung zu einer Verzögerung des Knochenwachstums kommen kann. Darüber hinaus kann es durch Ablagerung von gefärbten Calcium-Verbindungen zu bleibenden Zahnverfärbungen und Zahnschmelzschädigungen kommen, wenn Kinder mit diesem Präparat behandelt werden, deren bleibendes Gebiss noch nicht voll ausgebildet ist.

Dosierung

  • Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
  • Die empfohlene Dosis beträgt

    • Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht nehmen einmalig zu Beginn der Behandlung 2 Hartkapseln (entsprechend 200 mg Minocyclin) und anschließend 1 Hartkapsel (entsprechend 100 mg Minocyclin) alle 12 Stunden ein.
    • Zur Behandlung von Kindern unter 50 kg Körpergewicht ist das Präparat wegen seiner Dosierungsstärke nicht geeignet.
    • Kinder ab 8 Jahren erhalten einmalig zu Beginn der Behandlung 4 mg Minocyclin pro kg Körpergewicht und anschließend 2 mg Minocyclin pro kg Körpergewicht alle 12 Stunden (für diese Altersgruppe stehen geringer dosierte Darreichungsformen zur Verfügung).
    • Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist normalerweise keine Verminderung der Dosis erforderlich.

  • Sonderdosierungen

    • akute gonorrhoische Urethritis des Mannes

      • Täglich 2 Hartkapseln (entsprechend 2-mal 100 mg Minocyclin pro Tag) über 7 Tage.

    • akute Gonokokken-Epididymitis

      • Täglich 2 Hartkapseln (entsprechend 2-mal 100 mg Minocyclin pro Tag) über 10 Tage.

    • akute Gonokokkeninfektion der Frau

      • Täglich 2 Hartkapseln (entsprechend 2-mal 100 mg Minocyclin pro Tag) über mindestens 7 Tage.

    • Syphilis (primäre und sekundäre Form bei Penicillin-Allergie)

      • Zu Beginn der Behandlung 2 Hartkapseln (entsprechend 200 mg Minocyclin), dann alle 12 Stunden 1 Hartkapsel (entsprechend 100 mg Minocyclin) 15 Tage lang.

    • Hauterkrankungen, auch infizierte schwere Formen der Akne vulgaris und Rosacea

      • Täglich 1 Hartkapsel (entsprechend 1-mal 100 mg Minocyclin pro Tag), in der Regel 7 - 21 Tage.

    • zur kurzzeitigen Vorbeugung bei Kontaktpersonen von Patienten mit Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis)

      • Erwachsene nehmen zu Beginn der Behandlung 2 Hartkapseln (entsprechend 200 mg Minocyclin), dann alle 12 Stunden je 1 Hartkapsel (entsprechend 100 mg Minocyclin) über 3 Tage. Kinder ab 8 Jahren erhalten einmalig zu Beginn der Behandlung 4 mg Minocyclin pro kg Körpergewicht und anschließend 2 mg Minocyclin pro kg Körpergewicht alle 12 Stunden für 3 Tage.

    • Der Behandlungserfolg einer Therapie gegen Gonokokkeninfektion sollte durch eine kulturelle Kontrolle 3 - 4 Tage nach Behandlungsende überprüft werden.

 

  • Dauer der Anwendung

    • Bei den üblichen bakteriellen Infektionskrankheiten richtet sich die Behandlungsdauer nach dem Verlauf der Erkrankung. Normalerweise ist eine Behandlungsdauer von 5 - 21 Tagen ausreichend.
    • Falls bei nachgewiesener Empfindlichkeit Infektionen mit Beta-hämolysierenden Streptokokken behandelt werden, muss dies mindestens 10 Tage lang erfolgen, um Spätschäden (z. B. rheumatisches Fieber oder Glomerulonephritis) vorzubeugen.
    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist.

 

  • Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben als Sie sollten

    • Obwohl Berichte über Vergiftungsfälle mit Minocyclin bisher nicht vorliegen, sollten Sie vorsichtshalber einen Arzt verständigen, da die Möglichkeit besteht, dass Leber- und Nierenschädigungen sowie eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse auftreten.
    • Halten Sie eine Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

 

  • Wenn Sie die Einnahme vergessen haben

    • Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, holen Sie bitte die Einnahme zum nächstmöglichen Zeitpunkt nach.
    • Wenn Sie mehrere Einnahmen vergessen haben, sollten Sie sich Ihrem Arzt zur Kontrolle vorstellen, damit eine mögliche Verschlechterung der Erkrankung rechtzeitig festgestellt werden kann.

 

  • Wenn Sie die Einnahme abbrechen

    • Ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung gefährdet den Behandlungserfolg.

 

  • Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Einnahme

  • Nehmen Sie die Hartkapseln regelmäßig morgens und abends mit reichlich Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) ein.
  • Sie sollten Minocyclin während der Mahlzeiten einnehmen. Die Aufnahme in den Körper wird nicht beeinträchtigt, aber leichtere Magen-Darm-Beschwerden lassen sich dadurch bis zu einem gewissen Grad verringern.
  • Sie sollten 2 bis 3 Stunden vor und nach der Einnahme keine Milch oder Milchprodukte zu sich nehmen.
  • Die Einnahme sollte wegen der Gefahr von Entzündungen bzw. Geschwüren der Speiseröhre nicht im Liegen oder unmittelbar vor dem Schlafen erfolgen.

Patientenhinweise

  • Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Minocyclin einnehmen.
    • Milch/Milchprodukte

      • Sie sollten 2 bis 3 Stunden vor und nach der Einnahme von Minocyclin keine Milch oder Milchprodukte zu sich nehmen.

    • Allergische Reaktionen

      • Bei der Einnahme von Minocyclin können Unverträglichkeitsreaktionen unterschiedlicher Schweregrade bis hin zu schwersten, plötzlich einsetzenden, anaphylaktischen Reaktionen oder einem allergischen Schock auftreten.
      • Falls während der Behandlung mit Minocyclin Gelenkbeschwerden, unklares Fieber, Hautausschlag oder ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten, verständigen Sie bitte Ihren Arzt. Möglicherweise muss die Therapie sofort abgebrochen und geeignete Notfallmaßnahmen durch einen Arzt eingeleitet werden.

    • Pseudomembranöse Kolitis (ernstzunehmende Darmerkrankung)

      • Bei Auftreten von schweren, anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung sollten Sie Ihren Arzt verständigen, da sich dahinter eine ernstzunehmende Darmerkrankung (pseudomembranöse Enterokolitis) verbergen kann, die sofort behandelt werden muss.
      • Nehmen Sie in diesem Fall keine Mittel ein, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen.

    • Lupus erythematodes

      • Unter der Therapie mit Minocyclin kann es zum Auftreten oder zur Verschlimmerung eines Lupus erythematodes (schwere Allgemeinerkrankung, die mit Fieber, Gelenkschmerzen und -entzündung sowie mit Haut- und Schleimhautbeschwerden einhergeht) kommen. Das Risiko nimmt mit der Dauer der Anwendung zu. Klinisch wurden Gelenkbeschwerden (Polyarthritis und Polyarthralgie) mit negativem Rheumafaktor, Fieber, Abgeschlagenheit, Exanthem und Lymphadenopathie beschrieben.
      • Eosinophile Lungeninfiltrate sind möglich. In den Laborbefunden können erhöhte BSG, Eosinophilie und ein erhöhter ANA-Titer auffällig sein. In diesen Fällen ist Minocyclin sofort abzusetzen.

    • Leberschädigung

      • Unter der Therapie mit Minocyclin kann es zu einer immunologisch bedingten Leberentzündung (Hepatitis) kommen. In diesem Falle ist Minocyclin sofort abzusetzen.
      • Auch nicht-immunologische Leberzellschädigungen können vor allem bei längerfristiger Therapie auftreten.

    • Myasthenia gravis (schwere belastungsabhängige Muskelschwäche)

      • Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit Myasthenia gravis, da das Risiko einer Verschlimmerung der Erkrankung besteht.

    • Intrakranielle Hypertonie (Drucksteigerung in der Schädelhöhle)

      • Intrakranielle Hypertonie wurde mit der Einnahme von Minocyclin in Verbindung gebracht. Zu den Symptomen gehören Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Verlust der Sehschärfe.
      • Obwohl sich die Drucksteigerung in der Schädelhöhle in der Regel nach Absetzen der Behandlung zurückbildet, besteht die Möglichkeit eines dauerhaften Sehverlusts. Wenn während der Behandlung Symptome einer intrakraniellen Hypertonie auftreten, muss Minocyclin abgesetzt werden, und es ist eine sofortige augenärztliche Untersuchung erforderlich. Da der Druck in der Schädelhöhle nach Absetzen des Arzneimittels noch wochenlang erhöht bleiben kann, sollte bis zur Stabilisierung eine engmaschige Kontrolle durch den behandelnden Arzt erfolgen.

    • Phototoxische Reaktionen (durch Licht ausgelöste Überempfindlichkeit)

      • Unter Sonneneinstrahlung kann es zu phototoxischen Reaktionen der belichteten Hautareale kommen mit Hautrötung (Erythem), Schwellung der Haut infolge vermehrter Wasseransammlung (Hautödem), Blasenbildung und seltener auch mit Nagelablösung und -verfärbung. Sonnenbaden im Freien oder in Solarien sollte daher während einer Therapie mit Minocyclin vermieden werden.

    • Ösophagealulcera/Ösophagitis (Geschwüre in der Speiseröhre/Speiseröhrenentzündung)

      • Zur Vermeidung von Ösophagealulcera/Ösophagitis sollte das Arzneimittel nicht im Liegen und nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

    • Laborkontrollen

      • Eine Therapiedauer von länger als 21 Tagen erfordert bei Beginn und während der Therapie Kontrollen des Differenzialblutbildes, der Nierenretentionswerte und der Lebertransaminasen.

 

  • Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

    • Während der Behandlung mit Minocyclin können Bewegungsstörungen, Müdigkeit und Schwindel sowie in Einzelfällen eine vorübergehende Kurzsichtigkeit auftreten. Bei Frauen treten diese Erscheinungen häufiger auf als bei Männern.
    • Sie können dann auf unerwartete oder plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt!
    • Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert!

Schwangerschaft

  • Minocyclin sollte während der Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht eingenommen werden, da es beim ungeborenen Kind und beim Säugling zu einer Verfärbung der Zähne, zu Zahnschmelzschädigungen und zu einer Verzögerung des Knochenwachstums kommen kann.

Hinweise

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

Minocyclin-ratiopharm 100mg sind apothekenpflichtig und können in Ihrer Versandapotheke www.versandapo.de erworben werden.

Hersteller:  ratiopharm GmbH, Graf-Arco-Straße 3

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